19.02.2011 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Die »Müllmenschen« von Kairo

Im Slumviertel Al-Duwayqah leben die Bewohner von der Abfallverwertung – am Sturz Mubaraks waren sie kaum beteiligt. Ein Besuch am Rande der Gesellschaft

Karin Leukefeld
Ahmed Zakaria, 24 Jahre, harrte 18 Tage auf dem Tahrir-Platz aus, bis der ägyptische Präsident Hosni Mubarak abtrat. »Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dieses Land gehört mir«, sagt er nun. Alles wolle er tun, um Ägypten wieder aufzubauen, die Zeit der schlechten Gewohnheiten und Gleichgültigkeit seien vorbei. Über die Internetseite »Elmasry Elgedeed« (Das neue Ägypten) hatten sich Ahmed Zakaria und Tausende andere zum großen Kehraus verabredet. Neue und konventionelle Kommunikationswege mobilisierten die »neuen Ägypter« zum Aufräumen des »Platzes der Befreiung« in Kairos Zentrum. Schluß mit Lethargie und Vetternwirtschaft, das zukünftige Ägypten soll freundlich und offen, zuverlässig und sicher für alle seine Bewohner werden.

Nach den Wochen der Revolution türmen sich überall in der Stadt die Müllberge. Familien und Freunde, Arbeitskollegen, Studierende und die Männer vom städtischen Reinigungsdienst arbeiten nach dem Abgang Mubaraks Hand in Hand, um ...

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