03.01.2011 / Schwerpunkt / Seite 3

Polen will von Ungarn lernen

Der Fall Mateusz Piskorski

Rainer Rupp
Eine andere Meinung zu haben als die politische Führung, das war im Mediengeschäft noch nie für die Karriere förderlich. In Polen ist man jetzt mit dem Fall Mateusz Piskorski einen Schritt weiter gegangen. Weil der stellvertretende Direktor des vierten Kanals von Radio Polen in einem Interview die Fakten so schilderte, wie er sie als Wahlbeobachter in Belarus erlebt hatte, der polnische Außenminister jedoch das Gegenteil behauptete, wurde er kurzerhand von seinem Posten gefeuert. Gefragt, ob er Parallelen sieht zwischen seinem Fall und den Versuchen in Ungarn, per Gesetz kritischen Journalisten den Mund zu verbieten, erklärte Piskorski gegenüber junge Welt, diese Tendenz sei inzwischen »in etlichen europäischen Ländern zu erkennen«. Allerdings gebe es Unterschiede. In Ungarn werde dafür eine neue Rechtsgrundlage geschaffen. Diese sei zwar sehr kontrovers, aber sie werde von der parlamentarischen Mehrheit unterstützt. Für seine Entlassung gebe es dagegen »...

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