18.10.2010 / Feuilleton / Seite 13

Wir haben einen Engel

Du erkennst mich als Waffe, die ich nicht sein will: Traumatische Kriegserfahrungen im ­israelischen Spielfilm »Lebanon«

Tom Dorow
Nach Ari Folmans großartigem Animationsfilm »Waltz with Bashir« ist jetzt ein weiterer israelischer Film angelaufen, der sich mit den Folgen des ersten Libanonkrieges beschäftigt. In »Lebanon« verarbeitet der Regisseur Samuel Maoz die traumatischen Erfahrungen, die er 1982 als 20 Jahre alter Richtschütze in einem Panzer gemacht hat. Der Film wird gerahmt von zwei Einstellungen eines Sonnenblumenfelds. Hier beginnt die Expedition des Panzers, und hier wird sie wieder enden. Eine Metapher, mit der die Sinnlosigkeit des Einsatzes verdeutlicht werden soll.

Zwischen diesen beiden Bildern finden Verwüstungen und Massaker statt. Maoz zeigt die Welt außerhalb des Panzers ausschließlich durch das Zielfernrohr des jungen Schützen Shmulik und versetzt die Zuschauer damit direkt in dessen Position. Bei seinem ersten Einsatz versagt Shmulik. Sein Kommandant erteilt ihm über Funk den Befehl, einen Personenwagen, der auf den Begleittrupp des Panzers zufährt...

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