18.08.2010 / Thema / Seite 10

Von unten auf

Debatte. In Lateinamerika zeigt sich: Die »Neue Linke« stellt das Leninsche Revolutionsmodell in Frage. Heute geht es um den Aufbau von Rätestrukturen durch Basisbewegungen und Staat

Helge Buttkereit
Die Wahlergebnisse der vergangenen Monate zeigen: Die Rechten haben in einigen Ländern Lateinamerikas ihren Einfluß erweitern können. In Chile gewann ein Anhänger Pinochets die Präsidentschaftswahl, in Kolumbien wird Juan Manuel Santos vermutlich trotz der Versöhnungsgeste gegenüber Hugo Chávez die Politik des erklärten US-Verbündeten Alvaro Uribe grundsätzlich fortsetzen. In Bolivien zeugen die vergangenen Parlaments- und Regionalwahlen davon, daß die Bewegung von Präsident Evo Morales es weiterhin mit einer ernstzunehmenden rechten Opposition zu tun hat. Auch in Venezuela ziehen die Rechten nach dem Boykott vor vier Jahren sicher wieder ins Parlament ein.

Insofern ist eine »Rückkehr der Rechten«, von der Günter Pohl in jW schreibt (siehe jW-Thema vom 22. Juni 2010), in der Tat zu konstatieren. Eine Rückkehr auf dem Wahlzettel und durch den Wahlzettel, ebenso wie der Aufschwung der Neuen Linken in den vergangenen Jahren durch Wahlen gekennzeichnet war u...

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