29.07.2010 / Feuilleton / Seite 12

Er brauchte keine Konsumenten

Wiedersehen mit einem engagierten Genie: Mikis Theodorakis in einem neuen Bildband von Asteris Kutulas

Erasmus Schöfer
Mikis Theodorakis habe ich 1968 kennengelernt. Auf Befehl der Athener Obristenjunta war er im peloponnesischen Zatouna interniert: ein Musiker, 21 Wächter. Bilder des in dem einsamen Bergdorf isolierten Komponisten, die ich mir damals nur vorstellen konnte, finden sich nun, erstmals veröffentlicht, in einem Fotoband, von dem hier die Rede sein wird.

Wir waren damals fasziniert von dem Künstler, der mit seinen Liedern eine Militärdiktatur in Gefahr brachte. Meine Frau sang vor Hunderten begeisterter Münchner bei Veranstaltungen des Ostermarschs die aufrüttelnden Lieder des Komponisten, und ich schrieb ein Radiofeature über den bis dahin in Westdeutschland völlig unbekannten Mann, von dem aus französischen Quellen zu erfahren war, daß er bereits 1944 im Widerstand gegen die deutsche Besatzung gekämpft hatte und in den Jahren des Bürgerkriegs, wie der Dichter Jannis Ritsos, mit ungezählten Patrioten auf die KZ-Inseln der Ägäis verbannt und dort ...

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