28.07.2010 / Thema / Seite 10

Bankster vor Gericht

Vorabdruck. Jetzt will es niemand mehr gewesen sein. Die wenigen juristisch belangten Krisenverursacher berufen sich auf »kollektive Fehleinschätzungen« der Finanzwelt – und wollen ihre Boni ausgezahlt haben

Werner Rügemer
In diesen Tagen erscheint das Heft 8/2010 der Blätter für deutsche und internationale Politik (www.blaetter.de) mit Beiträgen von Jürgen Habermas, James K. Galbraith, Micha Brumlik, Katajun Amirpur, Dirk Rochtus, Detlef Hensche u.a.

jW veröffentlicht daraus den Beitrag von Werner Rügemer um wenige Passagen und alle Anmerkungen gekürzt – und an einigen Stellen aktualisiert. (jW)

Die öffentlichen Verurteilungen hätten kaum heftiger sein können: Die Banker haben den »größten Bankraub aller Zeiten« organisiert und die zivilisierte Welt um ein Haar in den »Abgrund« gerissen; deshalb müsse mit den »Kapital-Verbrechern« abgerechnet werden. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler kritisierte die Banken wiederholt als »Monster«, US-Präsident Barack Obama prangerte die »Bankster« an.


Und doch: Die angekündigte Abrechnung erfolgt nicht, weder politisch noch rechtlich. Die Justiz mag hier und da gegen einige unwichtige Banker vorgehen, aber auch dabei geht es nur um peanuts. Auch die Mittäter aus Politik und Beratungsbranche bleiben ungeschoren. Und die Hauptverbrechen gegen Gemeinschaftsinteressen werden rechtlich gar nicht erst thematisiert. (...)

Große Show mit kleinen Fischen

Die US-Regierung ließ bislang keine der krisenverursachenden, volkswirtschaftlich schädlichen Finanzpraktiken verbieten. Um den Volkszorn zu beruhigen, bewilligte sie jedoch 330 Millionen US-Dollar bis Ende 2011 für die zusätzliche Verfolgung von F...


Und doch: Die angekündigte Abrechnung erfolgt nicht, weder politisch noch rechtlich. Die Justiz mag hier und da gegen einige unwichtige Banker vorgehen, aber auch dabei geht es nur um peanuts. Auch die Mittäter aus Politik und Beratungsbranche bleiben ungeschoren. Und die Hauptverbrechen gegen Gemeinschaftsinteressen werden rechtlich gar nicht erst thematisiert. (...)


jW veröffentlicht daraus den Beitrag von Werner Rügemer um wenige Passagen und alle Anmerkungen gekürzt – und an einigen Stellen aktualisiert. (jW)

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