08.06.2010 / Inland / Seite 2

»MfS gewährte Gauck viele Vergünstigungen«

Jetziger Bundespräsidentenkandidat wurde vom DDR-Geheimdienst eine Zeitlang gehätschelt. Gespräch mit Arthur Amthor

Peter Wolter
Oberst a.D. Artur Amthor war letzter Chef der ­Rostocker Bezirksver­waltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR

Der ehemalige Pfarrer Joachim Gauck, den SPD und Grüne für das Amt des Bundespräsidenten nominiert haben, kommt wie Sie aus Rostock. Sie kennen ihn aus der Zeit vor 1989. Sie waren zuletzt im Range eines Oberst der lokale Chef des Ministeriums für Staatssicherheit, MfS. Hatten Sie persönlichen Kontakt zu Gauck?

Ich erinnere mich an eine Begegnung, das war nach der Auflösung 1990 in einem Gebäude, das von Bürgerrechtlern genutzt wurde. Er sagt u.a. zu mir: Herr Amthor, Sie haben Ihr ganzes Leben lang die Schuld abzutragen, die Sie auf sich geladen haben. Und auch Ihre Enkel werden davon betroffen sein.

Hat er das mit der »Schuld« begründet?

Er meinte wohl, daß wir als verantwortliche Mitarbeiter des MfS nicht für, sondern gegen die Menschen gearbeitet sowie Christen verfolgt hätten. Seine Grundeinstellung war gegen alles gerichtet...

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