29.05.2010 / Thema / Seite 10

Reine Schaufensterreden

Hintergrund. Der NATO-Krieg in Afghanistan und Pakistan (Teil 1): Während Politiker Erfolge im Kampf gegen die Taliban propagieren, stecken militärischer und ziviler Aufbau der Region unrettbar in der Sackgasse

Lühr Henken
Es gibt eine asiatische Spruchweisheit: »Wenn Gott eine Nation bestrafen will, dann läßt er sie in Afghanistan einfallen.« Der Kolonialmacht England ist es nie gelungen, Afghanistan zu beherrschen. Sie mußten schmachvolle Niederlagen einstecken. 1842 war für die Briten besonders düster. Theodor Fontane hat die Niederlage im Gedicht: »Das Trauerspiel von Afghanistan« verarbeitet: »Mit dreizehntausend der Zug begann/Einer kam heim aus Afghanistan.« In der Tat hatten die Afghanen nur den Arzt William Brydon am Leben erhalten, damit er daheim von den Greueln berichten konnte. Das ist die größte Niederlage der britischen Kolonialgeschichte bis heute. Auch 1880 verloren die Briten in der Schlacht von Maiwand in der Nähe Kandahars ihren zweiten Krieg. 1919 endete der dritte anglo-afghanische Krieg mit einem Patt. Britannien entließ Afghanistan in die Unabhängigkeit. Aus diesem Nimbus des Unbesiegten speist sich bis heute die Kampfkraft der Paschtunen.

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