22.04.2010 / Ausland / Seite 7

Klartext in Bolivien

Alternativgipfel in Cochabamba fordert Strafen für Klimasünder und weltweites Referendum

Benjamin Beutler
Am Dienstag begann im zentralbolivianischen Cochabamba ein außergewöhnliches Gipfeltreffen, die »Weltkonferenz der Völker über Klimawandel und Rechte der Mutter Erde« (CMPCC). In einer verlesenen Grußbotschaft brachte der aus Uruguay stammende Schriftsteller Eduardo Galeano die Hoffnungen der Teilnehmer auf den Punkt: »Hoffentlich reden wir wenig und handeln viel«. Der Autor des Klassikers »Die offenen Adern Lateinamerikas« warnte vor einer »Inflation der Wörter«. Leeres Phrasendreschen habe Lateinamerika bisher mehr geschadet als jede monetäre Inflation. Das Treffen der sozialen Bewegungen und Regierungen aus aller Welt, das als Antwort auf den gescheiterten UN-Klimagipfel in Kopenhagen konzipiert wurde, begrüßte Galeano jedoch vollauf. Latinos, Afrikaner und Asiaten hätten die »Arroganz der reichen Länder satt«. Mit seinem grün angestrichenen Diskurs wolle der Westen nur die »Entführung unseres Planeten« verschleiern, so Galeano wütend. So sei es kein W...

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