20.02.2010 / Ausland / Seite 7

Uran als Putschgrund?

Militärjunta übernimmt Regierungsgewalt in Niger. Spekulationen über außenpolitischen Kurswechsel: weg von China, hin zum Westen

Stefan Inführ
Steht der Niger vor einem außenpolitischen Kurswechsel? Nach dem Staatstreich in dem westafrikanischen Land am Donnerstag blieb die Lage tags darauf zunächst unübersichtlich. Laut Agenturmeldungen wurde Präsident Mamadou Tandja, der während einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Niamey von Militärs gefangengenommen worden war, in ein »Lager« der Armee verbracht. Der bisherige Kommandant der Artellerie, Salou Djibo, übernahm den Vorsitz des »Obersten Rates für die Wiederherstellung der Demokratie«. Dieser besteht ausschließlich aus hohen Militärs und bildet zunächst die Regierung. Die Junta setzte die Verfassung außer Kraft und löste sämtliche Institutionen der Republik auf. Die Grenzen wurden geschlossen und der Flugverkehr gestoppt.

Seit 2009 gilt die politische Lage in Niger als äußerst angespannt. Der seit 1999 regierende Tandja hatte im vergangenen Jahr Parlament und Verfassungsgericht aufgelöst, um sich gegen die Verfassung eine dritte...

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