17.02.2010 / Feuilleton / Seite 13

Sport und Verbrechen

Benjamin Heisenbergs »Der Räuber« über die letzten Monate im Leben einer österreichischen Marathonlegende

Ronald Kohl
Ein Mann, ungefähr vierzig Jahre alt, kehrt spätabends heim. Als erstes rafft er den Saum seines Polohemds bis hoch unter die Achseln und schnallt die Pulsuhr, die er um seinen eher schmächtigen Brustkasten trägt, ab. Er liest die Daten in den Rechner ein. Dann wirft er einen kurzen Blick auf das Diagramm: Es war ein ruhiger Tag, nur gegen Mittag schlägt die Kurve ziemlich heftig aus, da hat er eine Bank überfallen. Vielleicht auch zwei.

»Pumpgun-Ronnie«, wie ihn die österreichische Regenbogenpresse nannte, hieß mit bürgerlichem Namen Johann Kastenberger und war 1958 geboren worden. Mit 19 Jahren hatte er seinen ersten Bankraub verübt. Aufgrund einer ziemlich genauen Täterbeschreibung konnte er kurze Zeit nach der Tat in einem Wiener Vorortzug verhaftet werden. Er wanderte für sieben Jahre in den Knast. Heute wird vermutet, daß Kastenberger unmittelbar nach der Verbüßung seiner Strafe, 1984, eine Tankstelle überfiel und dabei die Kassiererin ...

Artikel-Länge: 4336 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe