28.01.2010 / Ansichten / Seite 8

Gastkommentar: Hoffen und drohen

Rede von Schimon Peres im Bundestag

Kurt Pätzold
Daß der Mann lebt, der dort am Rednerpult steht und aus Anlaß des 27. Januar, der seit 1996 als Gedenktag an die Opfer des »Nationalsozialismus« begangen wird, zu Abgeordneten spricht, verdankt er dem Entschluß seiner Eltern. Mit ihnen wanderte er 1934 von seinem Geburtsort in Polen nach Palästina aus. Jahre später kamen im Gefolge der Wehrmacht dorthin die Fänger und Mörder der jüdischen Einwohner. Sie brachten auch seine Großeltern und weitere Verwandte um.

Schimon Peres ist so etwas wie ein Urgestein israelischer Politik. Seit 60 Jahren steht er in deren Geschäften, Minister in verschiedensten Ressorts, mehrfach Ministerpräsident, Führer mehrerer Parteien, Abgeordneter der Knesset. Kaum eine zweite Persönlichkeit hat an dem, was Israel wurde, länger und mehr persönlichen Anteil und damit auch Verantwortung. An der Kompetenz dieses Mannes, über Vergangenheit und Gegenwart zu sprechen, kann Zweifel nicht aufkommen. Und Peres hat zur Geschich...

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