15.01.2010 / Thema / Seite 10

Vom Haß zur Lüge

Analyse. Die Birthler-Behörde und die ehemalige DDR-Opposition verteufeln das MfS, Beweise für kriminelle Handlungen können sie kaum liefern. Wahrheit und Sachlichkeit ist erforderlich

Herbert Kierstein und Gotthold Schramm
Heute vor 20 Jahren wurden einem Aufruf des »Neuen Forum« folgend Teile der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin besetzt. Inzwischen ist bestätigt, daß mit den Bürgerrechtlern auch beauftragte Agenten des BND und der CIA ihre Chance wahrgenommen hatten.

In der Erinnerungsschlacht um die DDR spielt das MfS noch immer eine herausragende Rolle. Statt einer kritischen, auf Tatsachen und Beweisen beruhenden Aufarbeitung wurden Verdächtigungen und Lügen zur Grundlage für das vom Zeitgeist gezeichnete Geschichtsbild – auch 20 Jahre danach.

Von den Forderungen und Vorschlägen der Vertreter der Opposition aus den letzten Jahren der DDR für Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse ist nach der deutschen Einheit manches unerfüllt geblieben. So ist der Aufschrei zur Umwandlung von Schwertern in Pflugscharen verstummt, die Forderung zur Abschaffung aller Geheimdienste ist der Unterscheidung zwischen denen in Diktaturen und de...



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