09.01.2010 / Wochenendbeilage / Seite 4

Im Containerlager, Oberursel/Deutschland

Von den Schwierigkeiten, in einer unwirtlichen Umgebung zu leben. Ein winterlicher Besuch bei Flüchtlingen und Obdachlosen. Mit Fotos von Janja Hofmann

Gitta Düperthal
Es schneit. Klirrende Kälte kriecht unerbittlich in die Knochen. Die dünnen Holzwände im Containerlager im Oberurseler Industriegebiet bieten kaum mehr Schutz bei Kälte von Minus 15 Grad. Kefela hat mehrere Pullover übereinander gezogen, er hustet heftig. Zusammenrücken müssen die Flüchtlinge allerdings nicht, um es warm zu haben. Die Enge ist Normalzustand. Die Eritreer Kefela Melake (38 Jahre), seine Frau Fereweine Keros (29 Jahre) und ihre beiden Kinder Seret und Danait wohnen zu viert in einem Container von 26 Quadratmetern – obgleich der Leiter der Unterkunft, Wolfgang Waltenberg, stets behauptet, darin seien jeweils nur zwei Personen untergebracht. Endlich in eine eigene kleine Wohnung wechseln – das würde diese Familie gern, so wie die meisten hier. Heute herrscht Trubel in dem notdürftig eingerichteten kleinen Raum. In den Blechschränken an der Wand ist die bescheidene Habe von Kefela und seiner Familie untergebracht, Eßwaren türmen sich auf einem Teewagen, damit ...

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