09.01.2010 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Der Schwarze Kanal: Leitkulturkommissar

Werner Pirker
Es gehört zu den verfeinerten Methoden der Islamophobie, bevorzugt Leute aus dem islamischen Kulturkreis als Islamkritiker auftreten zu lassen. Diese gebärden sich zumeist nicht als rachsüchtige Konvertiten, auch nicht als geifernde Renegaten. Sie präsentieren sich vielmehr als »aufgeklärte Muslime«, als aus dem Islam kommende Anhänger des westlichen Wertesystems. Von den muslimischen Migranten verlangen sie die gleiche Anpassungsleistung, die sie selbst erbracht haben. Und drohen auch schon mal mit dem Polizeiknüppel, sollte ihren Aufrufen zur religiösen Mäßigung nicht Folge geleistet werden.

Der in Deutschland lebende Ägypter Hamed Abdel-Samad tritt für einen »Islam light« ein, für einen »Islam ohne Scharia, ohne Dschihad, ohne Geschlechterapartheid, ohne Missionierung und ohne Anspruchsmentalität«. In einem Beitrag für den Tagesspiegel widerspricht er gleichzeitig vehement der These, daß es unterschiedliche Varianten gebe. Er schreibt: »We...

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