11.12.2009 / Feuilleton / Seite 12

Die Einsamkeit des Humanen

Mit den Schokoriegeln geht es so zu Ende wie mit der Menschheit: »Zombieland«

Peer Schmitt
Blutige Köpfe und bleiche Gestalten schießen hervor und verschwinden ebenso plötzlich. Das ist »Zombieland«. Die Nacht der Welt ist einmal mehr angebrochen. Das ist furchtbar genug. Und während die Teenager der westlichen Welt plötzlich für platonisch verliebte narzißtische Vampire schwärmen (was kann man von verzogenen Gören auch sonst erwarten?), beschäftigen sich die politischen und neurotischen Leute wieder mit der Figur des Zombies. Die Komödie »Zombieland« ist der Debütfilm von Ruben Fleischer, ein neuer vielversprechender Krawallregisseur der MTV-Reality-Show-Generation. Einer also, der sich mit Zombies wohl ganz gut auskennt.

Das Bild des Zombie ist bekanntlich ambivalent. Zum einen ist der Zombie die Personifikation des totalen Konsumenten (hirnlos, konsequent kannibalisch, sehr widerstandsfähig und ohne Reue). Andererseits steht der Zombie auch für die blutrünstige Revolte gegen eben die Verhältnisse ein, die ihn erst zum Zombie gemacht haben. ...

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