12.11.2009 / Ausland / Seite 7

Retter auf der Anklagebank

Italien: Prozeß gegen tunesische Fischer, die 44 Flüchtlinge aus Seenot bargen. Urteil am Dienstag erwartet

Judith Gleitze, Palermo
Seit nun schon über zwei Jahren läuft im sizilianischen Agrigent der Prozeß gegen sieben tunesische Fischer. Ihnen wird vorgeworfen, 44 Migranten nach Italien »geschleust« zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft und 440000 Euro Geldstrafe für die Beihilfe zur illegalen Einreise und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Am kommenden Dienstag wird das Urteil erwartet.

Die Tat, die den Angeklagten zur Last gelegt wird, datiert vom 8. August 2007. Im Kanal von Sizilien stießen damals zwei tunesische Fischerboote, die »Mortedha« und die »Mohamed el Hedi«, auf ein Schlauchboot mit 44 Schiffbrüchigen. Die See war rauh, drei Meter hoch die Wellen, der schwimmende Untersatz verlor Luft. 30 Seemeilen vor der kleinen italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa, etwa 90 Seemeilen von ihrem tunesischen Heimathafen Teboulbah entfernt, drohte den Verzweifelten – unter ihnen ein behindertes Kind und eine schwangere Frau – der nasse Tod. Kapi...

Artikel-Länge: 4318 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe