28.10.2009 / Ausland / Seite 6

Deportation von Kindern

Von 2000 »illegalen« sollen mindestens 1200 nichtjüdische Mädchen und Jungen aus Israel abgeschoben werden

Karin Leukefeld
Um den »jüdischen Charakter der israelischen Gesellschaft zu schützen«, will Israel mindestens 1200 nichtjüdische Kinder abschieben. Sollte das nicht geschehen, werde er die Leitung der Einwanderungsbehörde abgeben und an den Ministerpräsidenten überstellen, drohte Israels Innenminister Eli Yishai, der auch Vorsitzender der ultraorthodoxen Schas-Partei ist. Den rund 200000 Arbeitsmigranten, die mit Vertrag nach Israel kommen, ist es verboten, Kinder zu haben. Frauen, die schwanger werden, werden abgeschoben. Viele Kinder werden dennoch in der Illegalität geboren, die Bildungsbehörden gehen derzeit von rund 2000 solcher »illegalen« Kinder aus. Die Eltern »nutzen die Kinder, um einen legalen Status in Israel« zu erzwingen, behauptete Innenminister Yishai.

Eine massive Abschiebung, die am 1. August beginnen sollte, war wegen Protesten um drei Monate verschoben worden und sollte im November beginnen. Aus »humanitären Gründen« stimmte Yishai nun erneut einer ...

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