14.09.2009 / Thema / Seite 10

In der Globalisierungsfalle

Vorabdruck. Hunger und Armut: Die Auswirkungen neoliberaler Politik in Indien

Utsa Patnaik
Die Mehrheit der indischen Wissenschaftler und die Regierung ­Indiens stellen heute zwei Behauptungen auf, die ich beide für sachlich falsch halte, Behauptungen, die durch eine völlig irrige theoretische Auffassung von der gegenwärtigen Lage untermauert werden. Sie behaupten erstens, daß es im Verhältnis zur Nachfrage (die ihrer Meinung nach normal wächst) ein »Überangebot« von Nahrungsgetreide gäbe, und folgern daraus, daß die Produktion von Nahrungsgetreide zugunsten einer »Diversifikation« gedrosselt werden sollte, sowie zweitens, daß die Armut in Indien in der Periode der Reformen, besonders während der 1990er Jahre, zurückgegangen wäre. Ich halte beide Aussagen für nicht richtig und meine, daß aus theoretischen und faktischen Gründen genau das Gegenteil zutrifft. Erstens gibt es kein Überangebot an Nahrungsgetreide, sondern ein Sinken des Angebots, und wegen des unnormal schnellen Fallens der Kaufkraft seit 1999 einen noch drastischeren Rückgang der ...

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