28.08.2009 / Ansichten / Seite 8

Friedenshindernis

Netanjahu über jede Kritik »erhaben«

Werner Pirker
Mehr als eine sanfte Ermahnung, den Siedlungsbau in den besetzten Gebieten nicht weiter fortzusetzen, mußte sich Israels schwer rechtslastiger Premier in Berlin nicht anhören. Doch auch dieser Forderung fehlt der nötige Nachdruck. Daß Bundeskanzlerin Merkel von den Israelis mehr Kompromißbereitschaft wünscht, hat Netanjahu sicher nicht in Verlegenheit gebracht. Er versteht sich auf die Präsentation von Kompromissen, welche die legitimen Ansprüche der Palästinenser immer weiter nach unten drücken.

Netanjahus Bereitschaft, deutschen Ratschlägen zum Siedlungsstopp Gehör zu schenken, tendiert ohnedies gegen null. Die jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten, ließ er Frau Merkel wissen, sei nicht die Ursache, sondern das Ergebnis des Problems. Die wirkliche Ursache läge in der Weigerung der palästinensischen Seite, Israel als Staat des jüdischen Volkes anzuerkennen. Damit machte er klar, daß es der israelischen Führung nicht um die Herstellung völkerrec...

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