04.08.2009 / Feuilleton / Seite 13

Unsere Rosenheimer

Ein Lokalhistoriker hat recherchiert, was zwei große Unternehmen seines Ortes mit den Nazis zu schaffen hatten. Die Ergebnisse werden tabuisiert

Reinhard Jellen
Wenn in einer Lokalzeitung der Vortrag eines Hochschullehrers über die Geschichte zweier Unternehmen seines Heimatortes wie folgt kommentiert wird, kann es entweder sein, daß der Referent ein Hornochse ist, oder daß seine Chronik zu viele Leichen im Keller liegen hat: »Was letztlich bei Webers Ausführungen herauskam, war eines FH-Professors schlichtweg unwürdig. So unwürdig, daß sich die Pressewoche einen Bericht über den Inhalt spart.« Die gescholtene Geschichte des Psychologieprofessors und Lokalhistorikers Klaus Weber dreht sich um zwei in Rosenheim ansässige, milliardenschwere Familienunternehmen. Das eine, Kathrein, agiert auf dem Weltmarkt als führender Antennenhersteller; das andere, Döser, hat im Mediengeschäft eine Monopolstellung. Die heutigen Unternehmensführer sind in der Gegend als Prominente, Wohltäter und Ordensträger bekannt. Über die Verstrickungen der Gründer ihrer Betriebe mit dem Naziregime wird sorgfältig geschwiegen.

So war der Leit...

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