01.08.2009 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Die Fabrik besetzt – und enteignet

Wie die Arbeiter des venezolanischen Traditionsunternehmens Cerámica Carabobo ihre Arbeitsplätze retteten – und damit einen strategisch wichtigen Produktionsbereich

Eva Haule
Die Geschichte des Arbeitskampfs begann im Oktober 2008. Da entschied das venezolanische Traditionsunternehmen Cerámica Carabobo, seine Werkhallen dichtzumachen. Die Begründung: Die Produktion werde an einen anderen Standort verlagert. Wobei sich herausstellte, daß dort nur noch Leiharbeiter eingesetzt werden sollten – eine Sparmaßnahme bei den Löhnen zugunsten des Profits. Für den sollten die Beschäftigten der Keramikfabrik, also diejenigen, die bisher alle Werte geschaffen hatten, auf die Straße gesetzt werden.

Anstatt den Entschluß hinzunehmen oder um ihre Arbeitsplätze zu betteln, handelten die 220 Arbeiter. Sie besetzten kurzerhand die Fabrik und führten diese in Eigenregie weiter. Auch durch die Unterstützung von Gewerkschaften und von staatlichen Abnehmerbetrieben gelang es den Widerständigen, die Produktion aufrechtzuerhalten. Sie sicherten damit die Versorgung der regionalen metallverarbeitenden Industrie mit Keramikisolatoren,...

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