12.06.2009 / Titel / Seite 1

Man gönnt sich ja sonst nichts ...

Rainer Balcerowiak
Spanien oder wenigstens Kastilien feiert. Zwar taumelt das Land am Rande der Zahlungsunfähigkeit und nähert sich die Zahl der offiziell registrierten Erwerbslosen rasant der 20-Prozent-Marke, doch seit gestern ist das alles egal. Denn dem früheren Lieblingsklub des faschistischen Diktators Francisco Franco, Real Madrid, ist es gelungen, für die Rekordsumme von 93,6 Millionen Euro den Wechsel des Weltfußballers von 2008, Cristiano Ronaldo, von Manchester United zu den »Galaktischen«, wie Real in Fankreisen genannt wird, zu arrangieren.

Architekt des Deals ist ein Mann, dem ohnehin keine Krise dieser Welt etwas anhaben kann. Der Milliardär Florentino Perez begann seine Karriere als Pate der spanischen Bauwirtschaft bereits in der Franco-Ära. Später mutierte er zum »Demokraten«, übernahm diverse politische Ämter und spezialisierte sich schließlich darauf, bankrotte Unternehmen zu übernehmen, die wenig später auf wundersame Weise dank öffentlicher Aufträge z...

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