22.04.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Eiferer in Genf

Antisemitismusvorwurf und Hitler-Verharmlosung: Die Israel-Kritik des iranischen Präsidenten auf der UN-Konferenz gegen Rassismus löst erwartete Reflexe aus

Knut Mellenthin
Die Rede von Mahmud Ahmadinedschad auf der Genfer UN-Konferenz gegen Rassismus in Genf hat den erwarteten Eklat ausgelöst. Einige Delegierte verließen am Montag den Saal, als der iranische Präsident zur Kritik an Israel ansetzte, das er als »höchst grausames und unterdrückerisches rassistisches Regime« bezeichnete. Den europäischen Vertretern – soweit deren Staaten nicht ohnehin der Konferenz ferngeblieben waren – schloß sich unter anderem die jordanische Delegation an. Die meisten Teilnehmer blieben und applaudierten dem Präsidenten. Die israelische Presse berichtete darüber wahrheitsgemäß (und natürlich empört), während deutsche Mainstream-Medien fast ausschließlich den Auszug einer kleinen Teilnehmergruppe aus dem Saal in den Vordergrund stellten und fälschlich eine »internationale Isolierung« Irans suggerierten.

Schon vor Beginn der Konferenz hatte der französische Außenminister Bernard Kouchner angekündigt, daß die europäisch...

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