08.04.2009 / Ausland / Seite 2

»Die Lage für Mumia ist sehr, sehr ernst«

Oberster Gerichtshof der USA hat neues Verfahren abgelehnt. Staatsanwaltschaft will die Hinrichtung. Gespräch mit Robert R. Bryan

Jürgen Heiser
Robert R. Bryan ist Hauptverteidiger des 1982 in den USA zum Tode verurteilen schwarzen Bürgerrechtlers Mumia Abu-Jamal

Der Oberste Gerichtshof der USA hat ein neues Verfahren für Mumia Abu-Jamal abgelehnt. Wie lautet diese Entscheidung?

Kommentar des U.S. Supreme Court am Montag neben dem Geschäftszeichen unseres Berufungsantrages: »Abgelehnt«. In 98 Prozent aller Fälle nennt dieses Gericht keine Gründe. Es lehnt ab. Basta.

Worauf bezieht sich die Ablehnung?

Wir haben es hier mit zwei voneinander getrennten Berufungsverfahren zu tun. In dem einen geht es um unseren Vorwurf, daß 1982 im Urteilsprozeß rassistische Motive beim Ausschluß schwarzer Geschworener vorlagen. In der anderen Berufung geht es um die Todesstrafe. Das Gericht hat nun zunächst die Wiederaufnahme des Verfahrens wegen des Rassismusvorwurfs abgelehnt.

Wie haben Sie spontan reagiert?

Wir waren überrascht und enttäuscht. Überrascht deshalb, weil wir im März 2008 zumindest das Minderheitsvot...


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