08.04.2009 / Thema / Seite 10

Rußlands Weltraumaugen

Hintergrund. Das Ortungssystem Glonass arbeitet nach jahrzehntelanger Forschung und Erprobung noch unter den Erwartungen. In der Nanotechnik liegt das osteuropäische Land weit zurück und zeigt damit auch im militärischen Bereich Defizite

Frank Preiß
Haustiere sind offenbar ideale Werbeträger. Koni, der Labrador des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, mußte das schon mehrmals erfahren. Auch Vizepremier Sergej Iwanow konnte der Versuchung nicht widerstehen. Er schenkte seinem Chef, als er am 17. Oktober 2008 zum Rapport antrat, ein Hundehalsband mit einem Empfänger, der es erlaubt, das Tier satellitengestützt zu orten, wenn es wieder einmal ausbüchst. Der Clou: Gerät und System seien komplett »vaterländischer Provenienz« und nicht etwa vom US-amerikanischen Global Positioning System (GPS)1 abhängig. Im Dezember 2007 hatte Putin, damals noch im Amt des Präsidenten, Iwanow gefragt, wann das unter dessen Schirmherrschaft stehende russische Weltraumnavigationssystem Glonass2 endlich richtig funktioniere und auch Aljoscha Normalverbraucher etwas davon habe. Hat mit Konis Halsband eine schier endlose Geschichte ihr erfolgreiches Ende gefunden oder baute der Vizepremier in alter Potemkinscher Tradi...

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