11.02.2009 / Ausland / Seite 6

Das Ziel heißt »Sieg«

Afghanistan: Washingtons Strategie stößt selbst in Kabul auf wachsenden Widerspruch

Rainer Rupp
Für die US-Amerikaner stellt sich die Lage in Afghanistan als pures Chaos dar. Der Ausweg daraus soll nun laut Präsident Barack Obama in einem Strategiewechsel gesucht werden. Die Kernüberlegung dabei: Mit noch mehr Gewalt, Repression – und einer wesentlich mit weiteren US- und NATO-Soldaten aufgestockten Besatzungstruppe – wird am Hindukusch endlich Ruhe und Ordnung geschaffen werden.

Die Bundeswehr und die meisten anderen am Afghanistan-Feldzug beteiligten Europäer setzen auf eine andere Strategie. Sie favorisieren eine Mischung aus Krieg und zivilem Aufbau. Sie halten dies für eine Variante, vom wachsenden Haß der afghanischen Bevölkerung verschont zu bleiben und zugleich die Zahl der eigenen Toten in Grenzen zu halten. Allerdings sehen sie sich nunmehr – und nicht erst seit der Münchener Sicherheitskonferenz vom vergangenen Wochenende – mit Forderungen der USA und auch des NATO-Generalsekretärs Jaap de Hoop Scheffer nach stärkerem Einsatz konfrontiert...

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