30.01.2009 / Titel / Seite 1

Millionen im Streik

Christian Giacomuzzi, Paris
Der von Frankreichs Gewerkschaften angekündigte Protesttag wurde zum Generalstreik: Millionen Beschäftigte legten am Donnerstag die Arbeit nieder und beteiligten sich an Demonstrationen und Kundgebungen in etwa hundert Städten. Erstmals seit Amtsantritt von Nicolas Sarkozy als Präsident der Republik im Mai 2007 gelang es der Arbeiterbewegung, Streiks in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Sektors zu organisieren. Dazu aufgerufen hatten in seltener Einmütigkeit alle acht großen Gewerkschaften. Ihr erklärtes Ziel, das Land zu »blockieren, um uns im Kampf gegen die Krisenlasten Gehör zu verschaffen«, erreichten sie weitgehend.

Daß es nicht gelang, den Zugverkehr frankreichweit lahmzulegen, dafür hatte Sarkozy mit einer im vergangenen Jahr ins Arbeitsrecht eingeführten Zwangsverpflichtung eines Teils der Belegschaft bei Streik selbst gesorgt: So fuhr zumindest im Pariser Nahverkehr jeder zweite Zug. In Marseille, dessen Arbeiterschaft als besonders ...

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