16.01.2009 / Inland / Seite 4

Gemeinsam gegen den Krieg

Juden und Palästinenser verurteilen den israelischen Einmarsch im Gazastreifen – und wollen am Wochenende für Frieden in Palästina demonstrieren

Frank Brunner und Johann Heckel
Als am 27. Dezember 2008 die ersten israelischen F16-Kampfflugzeuge am Himmel über dem Gazastreifen auftauchten, saß Yaser Alshrafi gerade bei Freunden in der Stadt Dschabalija. Hier, in der Heimat, wollte Alshrafi seiner Braut das Ja-Wort geben. Seit einer Woche ist er wieder in Deutschland. Am Donnerstag berichtete Alshrafi, der in Berlin Pharmazie studiert hat und im Bezirk Spandau eine eigene Apotheke betreibt, erstmals über seine Erlebnisse im Kriegsgebiet. »Teilweise schafft es die Feuerwehr kaum, die Leichen zu beseitigen«, sagte er gestern vor Pressevertretern im Haus der Demokratie in Berlin. Vor allem die Kinder würden unter der Nahrungsknappheit in den abgeriegelten Gebieten leiden. Detailliert erläutert Apotheker Alshrafir die schrecklichen Wirkungen von Phosphorbomben, die er in Dschabalija beobachtet habe. Wie ein radikaler Islamist wirkte Alshrafi dabei nicht. Er respektiere die jüdische Religion, aber dieser Krieg Israels gegen die Palästi...

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