08.01.2009 / Inland / Seite 2

»Rundschau hat Antikriegsproteste kleingeschrieben«

Teilnehmerzahlen von Friedensdemo runtergerechnet. Deutsche Medien an der Seite Israels. Gespräch mit Hans Christoph Stoodt

Gitta Düperthal
Hans Christoph Stoodt ist Pfarrer in Frankfurt am Main und Sprecher der Anti-Nazi-Koordination

Sie beteiligen sich an den Protesten gegen den Krieg in Gaza. Was denken Sie über die Berichterstattung der deutschen Medien zu Israels Militäroperation?

Ich finde, daß die Berichterstattung in der Tagesschau geprägt ist von einer zweifelhaften Ausgewogenheit. Es wird ständig behauptet: Israel lasse täglich Lastwagen mit Medikamenten und Nahrungsmitteln für die Bevölkerung in den Gazastreifen hinein. Der Krieg richte sich nicht gegen die Menschen, sondern gegen die Hamas. Im Gegensatz dazu ist in einem Bericht auf BBC deutlich zu erkennen: In die Krankenhäuser wurden bislang nur zwei Kämpfer der Hamas eingeliefert, Hunderte von Verletzten sind Frauen, Kinder und Unbewaffnete – von denen einige sterben, weil sie keine Medikamente erhalten. Hierzulande wird in den ­Medien Tag für Tag einseitig berichtet.

Auch die Frankfurter Rundschau hat den An...

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