03.01.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Protest wird verschwiegen

Die Militäroperation Israels gegen Gaza wird seit Beginn von Demonstrationen im ganzen Land begleitet. Die Öffentlichkeit erfährt davon fast nichts

Sophia Deeg
Am 23. Oktober 2002 erklärte der damals 18jährige israelische Kriegsdienstverweigerer Hagai Matar, warum er nicht bereit war, sich »an Militarismus und Rassismus zu beteiligen«. Er verbüßte wegen seiner Haltung eine einjährige Haftstrafe, die er nach dieser Erklärung antrat: »Die Unterdrückung kritischen Denkens in Israel, die totale Akzeptanz der Verbrechen der Besatzung, die Vergötterung der Armee und die allmählich sich breitmachende Zustimmung zu den Prinzipen der ›ethnischen Säuberung‹ – all das sind nur Teilaspekte des Zusammenbruchs unserer Gesellschaft. (…) Ich lehne es ab, mich an all dem zu beteiligen.«
Wir sprachen am 31. Dezember 2008 mit Hagai Matar.
Gibt es – wie uns die Medien weismachen – tatsächlich in Israel kaum Stimmen gegen die Militäroperation im Gaza-Streifen?

Sobald wir von den Lufangriffen auf Gaza erfuhren, haben wir die erste Demonstration organisiert und ein Bündnis aus antimilitaristischen Gruppen, Menschenrechtsorganisationen un...

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