11.12.2008 / Feuilleton / Seite 13

Das Heilsbringergesicht

Ein »Essay« im Spiegel klärt auf über Christian Klar

Klaus Bittermann
An der krummen Nase, den abstehenden Ohren und am heimtückischen Blick würde man den Volksfeind erkennen, behauptete in der Nazizeit die deutsche Publizistik. Wer meinte, dieser rassistisch begründete und auf angeblich anatomische Merkmale beruhende Schwachsinn hätte schon lange ausgespielt und wäre dem aufgeklärten, zur Wahrheit verpflichteten Journalismus gewichen, hat nicht mit dem Spiegel (50/08) gerechnet, in dem ein sogenannter »Essay« über die Freilassung von Christian Klar veröffentlicht wurde: »Den Zeitungskommentar las ich nur flüchtig. Es war Klars Konterfei, das mich in Bann hielt. Da sehen mich die unergründlichen Augen eines Mannes an, der mit seinen ehemaligen Genossen dem unwissenden, in die Irre geleiteten Volk den Weg in eine bessere Zukunft weisen wollte. Aber sieht so das Gesicht eines Heilsbringers aus? Strahlt da die Vision einer von was auch immer befreiten Gesellschaft? Nein, dieser Ausdruck kündet nicht von zukünftigen Paradiesen ...

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