01.12.2008 / Inland / Seite 8

»Da bin ich wohl jemandem zu heftig auf die Füße getreten«

Seit einer Dokumentation über Uranmunition bekommt der Filmemacher keine Aufträge mehr von Fernsehanstalten. Ein Gespräch mit Frieder Wagner

Cathrin Schütz
Frieder Wagner ist Regisseur, Kameramann und Autor; er lebt in Köln

Über die von den USA in Serbien und im Irak verschossenen Granaten mit abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) wird heute kaum noch gesprochen, obwohl sie nach wie vor weite Landstriche verseuchen. Sie haben vor zwei Jahren den Dokumentarfilm »Deadly Dust – Todesstaub – über die Uranmunition und die Folgen« erstellt. Können Sie erklären, warum die Medien dieses Thema nicht mehr aufgreifen?

Es ist völlig tabu. Heute sehe ich es schon fast als »Unfall« an, daß der WDR 2004 meine mit Valentin Thurn realisierte Dokumentation »Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra« gesendet hat. Obwohl ich für den Film auf der ÖKOMEDIA 2004 den Europäischen Fernsehpreis erhalten hatte, verschwand er nach der Erstausstrahlung im WDR-Archiv. Danach war in Sachen Uranmunition mediale Funkstille. Das hat mich sehr verblüfft, denn dieses Thema wird uns alle noch sehr beschäftigen. DU ist eine r...

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