07.11.2008 / Titel / Seite 1

Zocker auf Achse

Winfried Wolf
Die Debatte über die Bonus-Gelder, die sich die Bahn-Oberen Hartmut Mehdorn, Diethelm Sack und Norbert Hansen in die Tasche schieben wollten, lenkt ab vom eigentlichen Skandal dieser Tage: Seit dem 24. September liegt dem Eisenbahnbundesamt – und damit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) – sowie dem Bahn-Vorstand der Bericht der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in Berlin zu jener ICE-Achse vor, die am 9.Juli 2008 in Köln brach, vor. Dieser besagt, auf einen Nenner gebracht: Die Radsatzwellen aller ICE-3- und aller ICE-T-Züge sind nicht dauerfest und tendenziell bruchgefährdet. Der Achsbruch in Köln war kein Einzelereignis. Es gab einen Ermüdungsbruch, weil offensichtlich die Belastungen der Radsatzwellen im Hochgeschwindigkeitsverkehr deutlich höher sind als bisher mit den gültigen Normen unterstellt. Hinzu kommt: Das für die fragliche Achse verwandte Material ist mangelhaft. Weiter: Der Bruch der Achse erfolgte deutlich vor dem Kölner ...

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