16.08.2008 / Thema / Seite 10

Klassenkampf von oben

Die Regierung Thatcher in Großbritannien begann weltweit als erste mit der Umsetzung ­neoliberaler Marktstrukturen. Die »New Labour«-Nachfolger Blair und Brown verschärften das Umbautempo

Werner Rügemer
Als Magaret Thatcher, Großbritanniens »Eiserne Lady«, 1979 Premierministerin wurde, lagen zwar die Pläne für die Privatisierung aller staatlichen Unternehmen und für die Entmachtung der Gewerkschaften bereit, aber die Regierungschefin und Vorsitzende der Konservativen, der Tories war vorsichtig. Sie wußte, daß die Mehrheit der Bevölkerung nicht, noch nicht mitgehen würde. So hinderte sie ihre Minister, etwa die Bahn zu verkaufen. Ihrem Freund und Mentor Milton Friedman, Führungsfigur der neoliberalen »Chicago Boys«, schrieb sie, sie wolle ja gern alles privatisieren, aber sie müsse Rücksicht auf die Wähler nehmen.

Sie baute zunächst die eigene Machtbasis aus. Den lokalen und regionalen politischen Gremien wurden Kompetenzen und Finanzen entzogen, denn dort dominierte die Labour-Partei. Es wurde eine Gewerkschafts-»Reform« vorbereitet, dafür wurden Berater aus den USA angeheuert. Der Londoner Stadtrat Greater London Council wurde kurzerhand abge...

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