12.07.2008 / Geschichte / Seite 15

Mord und Massenmord

Mit dem Anschlag auf Palmiro Togliatti sollte die italienische KP zum bewaffneten Aufstand provoziert werden – um sie zu vernichten

Gerhard Feldbauer
Es war 11.35 Uhr, als Palmiro Togliatti am 14. Juli 1948 während einer Sitzungspause der Abgeordnetenkammer, den Palazzo Montecitorio durch einen Seitenausgang verließ, um mit seiner Lebensgefährtin Nilde Jotti in der gegenüberliegenden Bar »Da Giolitti« in der Via Uffici del Vicario einen Kaffee zu nehmen. Nur wenige Meter vor ihm zog ein Faschist namens Antonio Pallante einen Revolver und feuerte vier Schüsse auf ihn ab. Während der KP-Generalsekretär, von drei Kugeln im Nacken und in der Brust getroffen, ohne einen Laut von sich zu geben auf die Knie sank, traf ihn der vierte Schuß in die Herzgegend. Der Täter ergab sich widerstandslos den Sicherheitsbeamten.

Kalter Krieg beginnt

Der Mordanschlag fand in einer Periode erbitterter Klassenauseinandersetzungen auf nationaler und internationaler Ebene statt. Mit der Verkündung der Truman-Doktrin und des Marshallplans hatte der Kalte Krieg begonnen. Die Gründung der NATO, für die Italien als Südflanke...

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