22.05.2008 / Ausland / Seite 6

Washington deckte Massenmorde in Südkorea

Dokumente über die Massaker wurden 50 Jahre lang geheimgehalten

Knut Mellenthin
Nach Beginn des Korea-Krieges im Sommer 1950 wurden 100000 Menschen, vielleicht auch 200000, laut AP-Veröffent­lichungen vom Wochenende im Auftrag des von den USA eingesetzten Militärregimes planmäßig ermordet. Die Aufklärung dieser Verbrechen wurde jahrzehntelang unterdrückt und verhindert. Südkoreanische Historiker und Journalisten, die sich dennoch mit diesem finsteren Kapitel zu beschäftigen versuchten, wurden eingeschüchtert, entlassen, verhaftet. US-amerikanische Akten, die die umfangreiche Kenntnis von einzelnen Massakern bezeugten, teilweise sogar mit Bildmaterial, wurden unter Verschluß gehalten.

Erst im Zuge der allmählichen Demokratisierung Südkoreas in den 1990er Jahren kam eine Erforschung der vier Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisse in Gang. Im Dezember 2005 wurde nach südafrikanischem Vorbild eine Wahrheits- und Versöhnungskommission eingesetzt, die verbrecherische Taten in der Vergangenheit des Landes aufklären soll. Darunter...

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