03.05.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

»Referendum ist für Regierung ein Affront«

Trotz des Rechtsbruchs: Boliviens Staatsführung will Autonomiekrise friedlich beilegen. Ein Gespräch mit Hugo Fernández

Mirari Isasi (Gara)
Hugo Fernández ist stellvertretender Außenminister Boliviens

Am Sonntag soll in dem östlichen Departement Santa Cruz ein Autonomiereferendum stattfinden. Weshalb wird diese Abstimmung jetzt ausgerichtet? Welche Perspektive sehen Sie für den Konflikt?

Die Autonomieforderungen der Departements reichen mindestens bis in die 50er Jahre zurück. Es sind auch keine homogenen Verlangen. Weitere Departements machen es Santa Cruz derzeit nach, sie haben aber andere Beweggründe. Es sind auch nicht unbedingt die reichsten Regionen, die mehr Autonomie wollen. Es stimmt zwar, daß Santa Cruz zusammen mit Cochabamba und La Paz rund 70 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes vereinen. Das heißt aber nicht, daß es die reichsten Regionen sind. Es ist Teil der herrschenden Ideologie in Santa Cruz, daß diese Region als die wohlhabendste und tüchtigste dargestellt wird. Tatsächlich hat die Zentralregierung seit den 50er Jahren stetig in diese Region investiert, ihre ...

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