16.04.2008 / Thema / Seite 10

Auf den Kopf gestellt

Dutschkes Bild von Lenin und Lukács: Eine unvollendete Kontroverse um Partei und Klassenbewußtsein

Erich Hahn
Den zahlreichen Versuchen einer nachträglichen Deutung oder Bewertung der 68er-Ereignisse soll hier kein weiterer hinzugefügt werden. Vielmehr soll auf eine theoretische Kontroverse – genauer gesagt, eine Polemik, da eine Erwiderung und Gegenrede durch den Tod von Georg Lukács 1971 nicht erfolgen konnte – verwiesen werden, die bestimmte Fronten der damaligen Ereignisse deutlich werden läßt und eine allgemeine Problematik moderner sozialer Bewegungen berührt.

1974 erschien bei Wagenbach die Dissertation von Rudi Dutschke »Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen.« Der Untertitel lautet: »Über den halbasiatischen und den westeuropäischen Weg zum Sozialismus. Lenin, Lukács und die Dritte Internationale«.1

Die zentrale Botschaft: Lenin und die Bolschewiki hätten nicht die richtigen Lehren aus der asiatisch-zaristischen Hinterlassenschaft Rußlands und der nachhaltigen Prägung dieses Landes durch dieses Erbe gezogen. Es sei ein Fehler gewesen, die sozialistischen ...



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