29.03.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

»Mumia bleibt im Todestrakt«

US-Berufungsgericht hebt Todesurteil auf, Verurteilung wegen Polizistenmordes bleibt aber ­bestehen. Verteidigung kämpft um neues Verfahren. Ein Gespräch mit Rechtsanwalt Robert R. Bryan

Jürgen Heiser
Robert R. Bryan ist Hauptverteidiger des schwarzen US-Journalisten Mumia Abu-Jamal und kämpft um ein faires Verfahren für seinen Mandanten

Sie kämpfen für die Wiederaufnahme des Verfahrens, in dem Mumia Abu-Jamal 1982 zu Unrecht zum Tode verurteilt worden ist. Was ist der Kern der am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung des US-Bundesberufungsgerichts in Philadelphia ?

Das Todesurteil wurde aufgehoben, aber die 1982 erfolgte Verurteilung wegen Polizistenmordes nicht angetastet. Mein Mandant soll also keine Gelegenheit bekommen, seine Unschuld zu beweisen.

Ist das ein Rückschlag?

Wegen der Ablehnung des Wiederaufnahmeverfahrens natürlich, andererseits aber auch ein Sieg.

Was macht den Sieg aus?

Die Aufhebung des Todesurteils! Für jeden Anwalt, der wie ich sein Leben damit verbracht hat, gegen die Todesstrafe in Mordprozessen zu kämpfen, ist es immer ein Sieg, wenn ein Todesurteil aufgehoben wird. Wir wollten natürlich einen...

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