08.03.2008 / Thema / Seite 10

Tragik der Stagnation

Eine politische Lösung des Nahostkonflikts scheint derzeit in weiter Ferne. Um den Friedensprozeß wieder in Gang zu setzen, müssen sich sowohl die israelischen wie die palästinensischen Akteure von überlebten Dogmen und Ideologien verabschieden

Moshe Zuckermann
Das erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts neigt sich seinem Ende zu. In Israel wird in diesem Jahr der 60. Jahrestag der Staatsgründung begangen – Grund zur freudigen Feier, sollte man meinen; und doch nimmt sich die gegenwärtige historische Bilanz finster aus: Es will scheinen, als sei der im vorigen Jahrhundert begonnene, zäh, ressentiment- und haßerfüllt wie gewalttätig geführte Nahostkonflikt von einer ausgereiften Perspektivlosigkeit gezeichnet. Das hat nicht nur mit der beträchtlichen Ansammlung inzwischen gescheiterter Versuche, den Konflikt friedlich beizulegen, zu tun, sondern nicht minder auch mit veränderten Strukturverhältnissen, neuen Protagonisten und ideologischen Zuspitzungen im »Spielfeld« des Konflikts. Die Beklommenheit bleierner Stagnation ummantelt die Gemüter vieler ermüdeter Friedensaktivisten, während alt-neue Töne extremistischer Unerbittlichkeit den politischen, publizistischen wie propagandistischen Raum des Konflikts samt s...

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