12.09.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Operation Alberich

Alle Jahre wieder: Mit Terrorhysterie zum Ende der Sommerpause werden innen- und außenpolitische Zuspitzungen vorbereitet

Jürgen Elsässer
Angeblich war es die größte Polizeiaktion der Nachkriegsgeschichte, zumindest aber seit dem »deutschen Herbst« 1977: Die Überwachung und Festnahme einer vermeintlichen Terrorgruppe, die einen Mega-Anschlag zum Jahrestag des 11. September geplant haben soll. Die »Operation Alberich« beschäftigte nach der regierungsoffiziellen Lesart ein halbes Jahr lang 500 Fahnder rund um die Uhr. Nach der Verhaftung eines verdächtigen Trios am 4. September im sauerländischen Oberschledorn herrscht allenthalben eitel Freude über den Erfolg der Aktion – und niemand schert sich groß drum, daß sich dabei die US-Dienste in fast obszöner Weise den deutschen Sicherheitsapparat dienstbar gemacht haben. Der aktuelle Spiegel berichtet, daß »Regie bei Operation Alberich nicht nur in Berlin, sondern auch in Washington geführt wurde. In Berlin arbeitete gar eine gemeinsame Arbeitsgruppe deutscher Behörden und der CIA an dem Fall. Die Kooperation sei so ›eng wie nie‹ gewesen, so US-He...

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