02.08.2007 / Feuilleton / Seite 12

Mit dem Weltgeist getanzt

Vorsitzender des DJ-Zentralkomitees für Soulmusik: Ein Nachruf auf Gerald Hündgen, dem die Spex ihre guten Seiten zu verdanken hat

Reinhard Jellen
Das erste Mal beschlich mich der Verdacht, daß in Deutschland West irgendwo die Vernunft regiert, als ich 1983 meine erste Seite der Musikzeitschrift Spex aufgeschlagen hatte. Hier gab es nicht nur Artikel über Bands zu lesen, die man selbst hochschätzte, nämlich die Creme der Creme britischer Popmusik (z. B. Elvis Costello, The Specials, Orange Juice), sondern auch Abhandlungen über Klangwelten, die man bislang nur vom Hörensagen kannte (beispielsweise mehrteilige Analysen und Reportagen über Northern Soul).

Was die Lektüre der Zeitschrift zu einem echten Vergnügen machte, war aber nicht nur ihr Inhalt, sondern auch der Umstand, daß die Untersuchungen geprägt waren von einem typisch Kölner Down-to-earth-Subjektivismus, der immer der Materie verpflichtet blieb (im Gegensatz zur langweiligen Berufsjournalistenschreibe vom Musikexpress und der hochgestochenen Studentenulkoriginalität der Sounds). Es gab in den Artikeln immer etwas zu entdecken, was man so s...

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