28.08.2006 / Ausland / Seite 7

Geruch des Todes

Alltag im Libanon: Immer neue Leichenfunde. Zerstörtes Wasserleitungssystem

Karin Leukefeld
Was kein Film, kein Foto, kein Bericht über die Lage im Südlibanon nach Beginn der Waffenruhe darstellen konnte, war der Geruch des Todes, der über den zerstörten Dörfern lag. Wenig erfuhr man über die Toten, die Angehörige, Freunde oder Nachbarn unter den Trümmern der Häuser fanden. Die Luft zwischen dem Dorf Ainata und Bint Jbeil war so sehr von Leichengeruch erfüllt, daß libanesische Rotkreuzmitarbeiter und humanitäre Helfer aus Katar mehrere Atemschutzmasken übereinander trugen, um ihre grauenhafte Arbeit zu verrichten. In Ainata fanden sie am ersten Tag acht Leichen, am zweiten Tag zehn, vier davon waren Kinder im Alter zwischen zwei und zehn Jahren. Die Leichen seien kaum noch zu identifizieren gewesen, so Daniel Jerjes vom libanesischen Roten Kreuz.

In den Trümmern

Auch die Steinwüste von Bint Jbeil, nur zehn Kilometer von der libanesisch-israelischen Grenze entfernt, hat viele der früheren Einwohner erst Wochen nach ihrem gewaltsamen Tod freigege...

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