26.07.2006 / Titel / Seite 1

Israel angeklagt

Menschenrechtsorganisationen und Waffenexperten beschuldigen den Nahoststaat, zivile Ziele im Libanon mit geächteten Waffen anzugreifen

Rainer Rupp
Die in den USA beheimatete Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschuldigte am Montag die israelischen Streitkräfte, bei ihren Angriffen auf zivile Ziele im Libanon die geächteten »Streubomben« einzusetzen. Bei ihnen handelt es sich um Behälter, die mit bis zu mehreren hundert Minibomben gefüllt sind. Über dem Ziel öffnen sich Container und setzen Granaten mit einer enormen Sprengkraft frei. Diese sind mit rasiermesserscharfen Metallsplittern bestückt, die fast jede Deckung durchdringen. Ein Teil der Granaten bleibt scharfgemacht im Zielgebiet liegen, bis sie durch kleine Erschütterungen zur Explosion gebracht werden. Da sie Getränkedosen ähneln, greifen häufig Kinder nach ihnen. Sie waren in bisherigen Einsatzgebieten wie Afghanistan oder dem Kosovo meistens die Opfer.

Laut Human Rights Watch wurden in dem libanesischen Dorf Blida am Mittwoch vergangener Woche zwölf Zivilisten, darunter sieben Kinder, von Streubomben getötet. Sie wer...

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