20.03.2006 / Inland / Seite 7

Nicht in die Knie gezwungen

Dokumentiert: Rede in Berlin zum Gedenken an Slobodan Milosevic

Ralph Hartmann

* Auf einer Trauerfeier für Slobodan Milosevic in Berlin sprach am vergangenen Mittwoch der ehemalige DDR-Botschafter in Belgrad, Ralph Hartmann:


»Sie werden mich nicht brechen können. Ich werde sie auseinandernehmen«, das sind die letzten überlieferten Worte von Slobodan Milosevic. Geäußert hat er sie am Freitag, den 10. März, in einem Telefongespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS), Milorad Vucelic. Milosevic, Vorsitzender der SPS, hatte seinen Stellvertreter in Belgrad angerufen, um über einige Parteifragen zu sprechen. Zum Prozeß vor dem sogenannten Haager Jugoslawien-Tribunal bemerkte er nur noch, daß er mit Momir Bulatovic, ehemaliger Ministerpräsident von Montenegro, den er als nächsten und besonders wichtigen Zeugen der Verteidigung im Gerichtssaal befragen wollte, eine Dokumentation vorbereitet habe und dem Tribunal den bisher »schwersten Schlag« versetzen werde.

Dazu ist es nicht mehr gekommen. In der darauffolgenden Nacht ist der langjährige Präsident Serbiens und Jugoslawiens in seiner Einzelzelle verstorben. Bei seinen Freunden und Unterstützern wurde die Todesnachricht mit Bestürzung und Trauer aufgenommen, seine Gegner in Den Haag und in den NATO-Metropolen reagierten nach ersten heuchlerischen Betroffenheitserklärungen mit den eingeübten Haßgesängen auf den »Belgrader Unhold«. Sie haben ihm nie verziehen, daß unter seiner Führung die rote Fahne in Europa am längsten wehte, daß er konsequent für den Erhalt der multinationalen jugoslawischen Föderation eintrat und der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der NATO die Stirn bot. Das war und ist die Hauptquelle ihres Hasses. Mit Inbrunst wiederholt...


»Sie werden mich nicht brechen können. Ich werde sie auseinandernehmen«, das sind die letzten überlieferten Worte von Slobodan Milosevic. Geäußert hat er sie am Freitag, den 10. März, in einem Telefongespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS), Milorad Vucelic. Milosevic, Vorsitzender der SPS, hatte seinen Stellvertreter in Belgrad angerufen, um über einige Parteifragen zu sprechen. Zum Prozeß vor dem sogenannten Haager Jugoslawien-Tribunal bemerkte er nur noch, daß er mit Momir Bulatovic, ehemaliger Ministerpräsident von Montenegro, den er als nächsten und besonders wichtigen Zeugen der Verteidigung im Gerichtssaal befragen wollte, eine Dokumentation vorbereitet habe und dem Tribunal den bisher »schwersten Schlag« versetzen werde.

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