14.03.2006 / Titel / Seite 1

»Kein natürlicher Tod«

Autopsie von Milosevic: Russischer Außenminister äußert Zweifel. Niederländische Sachverständige erhebt schwere Vorwürfe

Jürgen Elsässer
Auch nach der Autopsie der Leiche Slobodan Milosevics am Sonntag gibt es keine Klarheit über die Todesursache. Das offizielle Kommuniqué der niederländischen Ärzte, die unter Hinzuziehung eines serbischen Kollegen die mehrstündige Untersuchung vorgenommen hatten, geht von einem Herzinfarkt aus, räumt jedoch ein, daß dessen Gründe bis auf weiteres offen seien. Weitere toxikologische Untersuchungen seien im Gange. Im niederländischen Staatssender NOS vertrat unterdessen Heikelina Verrijn Stuart – eine regelmäßige Prozeßbeobachterin, die auch für amnesty international arbeitet –, daß der Tod unmittelbar von Medikamenten verursacht worden sei, die man im Blut Milosevics gefunden habe. »Was wir wissen, ist, daß dies die Ursache des Todes ist, und man kann nicht sagen, daß es sich wirklich um einen natürlichen Todesfall handelt.« Bei den Substanzen handelt es sich um Medikamente gegen Lepra und Tuberkulose, unter anderem Rifampicin. Diese hoben die Wirkung der blutdruckse...

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