15.02.2006 / Inland / Seite 3

Krieg unterm richtigen Zeichen

In deutschen Redaktionsstuben gehen Strategen und Schreibtischhelden gegen den Iran in Stellung

Arnold Schölzel

Bereitet die Bundesregierung wie 1999 unter Berufung auf antifaschistische Verpflichtungen einen Angriffskrieg gegen Jugoslawien vor, liefert die bundesdeusche Unisonopresse die dafür benötigte Munition: Aus einer albanischen Ganovenguerilla wird über Nacht eine Befreiungsarmee; von taz bis FAZ wird aus Hunderten Kilometer Entfernung über serbische Massaker, serbische KZ und Völkermord berichtet. Die NATO beginnt einen Luftkrieg, und sieben Jahre danach ist Kosovo auch deutsches Protektorat.

Erklärt die Bundesregierung ihre »uneingeschränkte Solidarität«, um aus der Bekämpfung von Attentätern einen »Krieg gegen den Terror« wie im Jahr 2001 gegen Afghanistan zu machen, ist ihr die mediale Unterstützung für die »Landesverteidigung am Hindukusch« sicher.

Sagt die Bundesregierung nein zur direkten und ja zur indirekten Kriegsbeteiligung wie 2003 gegen den Irak, folgt die deutsche Unisonopresse dem ohne Einschränkungen – von linken Krieg...

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