10.10.2005 / Ausland / Seite 7

Mubarak vor dem Ende?

In Ägypten formiert sich eine breite Opposition antiamerikanischer Orientierung. Krise eröffnet nach Oppositionsmeinung Möglichkeit eines friedlichen Machtwechsels

Werner Pirker

Der Sprecher der ägyptischen Oppositionsbewegung »Kifaya« (arabisch für: Es reicht), Dr. Abdulhaleem Kandil, dürfte auf einer vergangene Woche in Wien abgehaltenen Pressekonferenz die anwesenden österreichischen Journalisten davon überzeugt haben, daß es für den Westen doch besser sei, weiter auf Hosni Mubarak und sein korruptes Regime zu setzten. Zwar verspricht der Name der Bewegung ein Umsturzszenario, wie man es aus Georgien und der Ukraine kennt. Die inhaltliche Ausrichtung von Kifaya läuft indes auf das genaue Gegenteil hinaus. Denn ein Volksaufstand gegen das Mubarak-Regime kann unmöglich einen prowestlichen Charakter annehmen. Kandil, der Chefredakteur der Zeitung Al-Arabi ist, stellte deshalb auch ausdrücklich fest, daß die Bewegung mit dem Sturz der Diktatur auch die Absicht verbindet, die amerikanische Vorherrschaft in Ägypten zu beenden und das zionistische Projekt nachhaltig zu beschädigen.


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