26.07.2005 / Ausland / Seite 3

Eingeschlossen in Nablus

Tausende Palästinenser durch Belagerungszustand im Westjordanland traumatisiert. Tägliche Demütigungen an Checkpoints der israelischen Armee

Ushani Agalawatta, Nablus

Die seit fast fünf Jahren andauernde zweite Intifada und die israelische Besatzung haben in Westjordanland nicht nur Trümmer hinterlassen. Sie zerstören auch die Hoffnung vor allem junger Palästinenser auf Frieden und auf eine selbst bestimmte Zukunft. »Im Jahr 2000, vor Beginn der Al-Aksa-Intifada, war ich voller Optimismus, ehrgeizig und stark. Doch stark fühle ich mich längst nicht mehr. Wir alle hier in unserem kleinen Gefängnis sind zermürbt und mutlos«, klagt Sawsan Aishe. Sie hat in diesem Jahr ihr Studium an der An-Najah-Nationaluniversität in Nablus abgeschlossen und gibt jetzt unentgeltlich Sprach- und Kunstunterricht in einem Ferienlager.

Unmittelbarer Auslöser des zweiten Palästinenseraufstands, der sogenannten Al-Aksa-Intifada, war der Besuch des damalige israelische Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Ost-Jerusalem am 28. September 2000. Hier befinden sich der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. Scharon war in Begleitun...

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